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Grafik Industrieanlage

St. Antony-Hütte

von 1904

Vorderseite einer Postkarte mit idyllischem Teich und Fachwerkhaus

Ansichtskarte, St. Antony-Hütte, Stillgelegtes Werk der Gutehoffnungshütte b[ei] Sterkrade, 1904, Papier, 9 x 14,1 cm, Inv.-Nr.: rz 15/24 © LVR-Industriemuseum, Foto: Jürgen Hoffmann

Die St. Antony-Hütte, die „Wiege der Ruhrindustrie“, war die erste Eisenhütte des Reviers und das älteste Stammwerk der Gutehoffnungshütte. Hier floss 1758 zum ersten Mal Roheisen aus einem Hochofen im Ruhrgebiet. 1877 wurde das zuletzt nur noch als Gießerei genutzte Werk stillgelegt. Die Postkarte zeigt das Kontorgebäude der ehemaligen St. Antony-Hütte, das erhalten geblieben ist und heute die Dauerausstellung des LVR-Industriemuseums beherbergt. Im Vordergrund ist der Hüttenteich abgebildet, der Wasser zum Antrieb der Wasserräder lieferte.

Handbeschriebene Rückseite einer Postkarte

Adressat:


Kanonir Knoppke

I. Kompanie Garde Fuß A[r]t[il]ler[ie]

Spandau

Soldatenkonto Eigene angelegenheit // des Empfängers

Die Absenderin verweist mehrfach auf einen Brief, den sie ihrem Mann schicken will. Sie entschuldigt sich dafür, wegen des Todes des Kindes einer Freundin noch keine Zeit zum Schreiben gefunden zu haben. Am 7.9.1904 versendete sie die Postkarte.


Briefe waren bis zur Einführung der Postkarte dominierendes Medium der schriftlichen Kommunikation. Sie erforderten oft sehr viel Zeit. Für den inhaltlichen Aufbau, die formale Gestaltung sowie für die Anrede- und Grußformeln galten strenge Regeln der Höflichkeit. Ein Brieftext wollte also wohl überlegt sein. Meist fertigte der Absender zunächst einen Entwurf des Textes an und übertrug ihn dann in Reinschrift. Eine Postkarte zu schreiben, war schnell und unkompliziert. Schon durch den geringen verfügbaren Raum waren der Länge der Texte Grenzen gesetzt. Umgangssprache war, anders als in Briefen, akzeptiert und half, Botschaften einfach und verständlich zu verfassen. Allgemein gebräuchliche Abkürzungen sparten zugleich Platz auf der Postkarte und Zeit beim Schreiben.


Damit war die Postkarte zeitgemäß, denn der Rhythmus der Industrie und moderne Verkehrsmittel hatten das Leben vor rund hundert Jahren enorm beschleunigt. Weder in der bürgerlichen Gesellschaft noch in der Arbeiterschaft nahm man sich noch Zeit ständig Briefe zu schreiben. Die alltägliche Kommunikation wurde also per Postkarte erledigt und Briefe nur zu besonderen Gelegenheiten verfasst.


Weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt „Grüße aus Oberhausen – Historische Postkarten und ihre Botschaften“


Daniel Sobanski


Nachricht:


L[ieber] A[ugust]

habe deinen lieben Brief erhalten ich habe noch keine Zeit gehabt dir

sofort Antwort zu schreiben denn Mimmi ihr Kind war krank dar bin

ich bei ihr gewesen und ist gestern Abend zu Ruhe gegangen es ist

doch jetzt einen harten Schlag für sie.

aber nächste Woche bekommst du einen

Brief weil man auf einer Karte nicht

fiel darauf schreiben kann.

Das andere theile ich dir

im Brief mit.

denn[?] es geht mir doch noch gut. herzlichste Grüße […] dir

deine // Tettchen[?]












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