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Nylonstrumpfhose

1967 – 1973

Bunte Verpackung einer Strumpfhose der Firma Gläser

Nylonstrumpfhose, originalverpackt, 1967 – 1973, Gläser Strumpfwirkerei, Heidelberg, Kunststoff, Papier, Nylon, 23 x 14 cm, Inv.-Nr.: rz 01/630

Hauch von Nichts – diese Nylonstrumpfhose passte perfekt zur Mini-Mode der 1960er und 1970er Jahre.


Nylonstrümpfe gelten als verführerisch und weiblich. Durch ihre Feinheit, Elastizität und leichte Waschbarkeit waren sie schon Ende der 1930er Jahre eine begehrte Alternative zu Seidenstrümpfen. Anfänglich kosteten sie sogar etwas mehr als diese. Die ersten Nylonstrümpfe waren noch blickdicht, die produzierbare Stärke des Fadens nahm dann aber rasant ab. Die Strümpfe wurden damit immer transparenter.


Nachdem Nylonstrümpfe in den 1940er Jahren in Deutschland kaum zu bekommen waren, da die Faser vorrangig für die Militärproduktion, beispielsweise für chirurgische Nähseide und Fallschirme genutzt wurde, stieg der Absatz in den 1950er Jahren deutlich. Die hauchdünnen Strümpfe mit der Naht auf der Beinrückseite gaben den Beinen das „gewisse Etwas“ und passten perfekt zur femininen Mode der Zeit. Zusammen mit den Miniröcken und -kleidern der 1960er und 1970er Jahre traten dann Strumpfhosen aus Nylon den Siegeszug an. Beinabschluss und Halter der Nylonstrümpfe wären bei der neuen kurzen Kleidung zu stark ins Blickfeld gerückt.


Die Firma J. S. Gläser zählte zu den ältesten Strumpffabriken in Deutschland und war ursprünglich in Chemnitz-Schönau in Sachsen ansässig. Nach der Gründung der DDR und der Überführung der privaten Unternehmen in volkseigene Betriebe, eröffnete 1953 der Firmeninhaber Rolf Gläser zunächst ein Werk in West-Berlin und kurz darauf in Heidelberg. Die Heidelberger Strumpfwirkerei und vertrieb die Strümpfe unter dem Slogan „Ein Perlontraum aus Heidelberg“. 1964 bis zur Schließung der Firma 1974 wurden, neben Strumpfhosen auch Strümpfe hergestellt.


Die abgebildete Gläser-Verpackung des LVR-Industriemuseums entspricht mit den bunten Farben und rundem, comichaftem Grafikstil dem Design der 1960er und 1970er Jahre. Erst ab diesem Zeitpunkt erweiterten auch gemusterte und bunte Strümpfe im großen Ausmaß das Angebot für die Konsumentinnen. Die gemusterte Variante „Sporty“ der Firma Gläser liegt damit voll im Trend. Sie ist nicht mehr ausschließlich verführerisch und elegant, sondern entspricht einem sportlicheren, jugendlichen Stil.


Weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt „Must-have. Geschichte, Gegenwart, Zukunft des Konsums“


Wiebke Hemme


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