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Pressemeldung

05. April 2019 | Engelskirchen

Must-have

Neue Sonderausstellung zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Konsums feiert im LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen & Engels Premiere

Engelskirchen. 5. April 2019. Tabakpfeife, Schallplatte oder Smartphone – Konsumartikel, die alle kennen, alle haben, alle brauchen? Zu verschiedenen Zeiten galten ganz unterschiedliche Dinge als Must-have. Die neue Ausstellung „Must-have. Geschichte, Gegenwart, Zukunft des Konsums“ stellt ab dem 7. April im LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen & Engels in Engelskirchen mit über 450 Exponaten die Entwicklung des Konsums von der vorindustriellen Zeit bis in die unmittelbare Gegenwart vor und wirft Fragen an die Zukunft auf. Sie richtet sich auch an alle, die ihr Herz schon einmal an einen besonders schönen Gegenstand verloren haben oder sich mit dem Thema Konsum auseinandersetzen möchten.


An der Wiege des Kaufrausches
Einige aktuelle Konsum-Trends sind gar nicht so neu wie man heute denkt. Sie haben Vorläufer in der Geschichte. Wenige Besitztümer, eine lange Nutzungsdauer und fortwährendes Reparieren und Ausbessern von Alltagsgegenständen waren in vorindustrieller Zeit Normalität. Viele Produkte wurden selbst hergestellt oder zumindest regional produziert. Als dann Ende des 19. Jahrhunderts Warenhäuser zum Probieren und Einkaufen, zum Bummeln und Verweilen entstanden, war das Shopping-Erlebnis geboren. Produkte wurden jetzt massenhaft in Fabriken industriell hergestellt – und dadurch billiger. Marketing, Werbung und verlockende Schaufenster-Dekorationen kamen auf und begleiten unser Leben bis heute.


 Notzeit und Konsum-Explosion
Waren- und Geldmangel waren von Beginn des Ersten Weltkriegs bis in die 1950er Jahre eine häufige und prägende Erfahrung. Viele Menschen versuchten, sich notdürftig selbst aus dem Garten zu versorgen. Im Nationalsozialismus sollte dann die ganze Bevölkerung zur Sparsamkeit und steten Wiederverwendung von Materialien erzogen werden. Nach den Notjahren gehörten Ernährung, die Motorisierung und das Reisen zu den ersten Konsumbereichen, die die Menschen im „Wirtschaftswunder“ begeisterten. Die sich rasch wandelnde Welt der Unterhaltungselektronik und der Popmusik versprach neuen Luxus für die breite Bevölkerung. Der Konsum explodierte seit den 1960er Jahren: Alles wurde neu angeschafft. Elektrogeräte und Verkehrsmittel veränderten den Alltag revolutionär. Und es entstanden völlig neue Ex-und-hopp-Artikel wie Papiertaschentücher, Windeln oder Joghurtbecher.


Lifestyle-Generator
Heutzutage definieren wir uns darüber, wie wir konsumieren, welche Kleidung wir tragen, was wir essen, wie wir uns einrichten, wie wir unsere Freizeit gestalten oder welches Handy wir haben. Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, mit der eigenen Konsum-Identität zu spielen: Welcher Konsumtyp bin ich? In einer interaktiven Installation kann man sich ein Outfit nach verschiedenen Lifestyles zusammenbasteln – und zum Schluss einen Schnappschuss machen.


Kultur des Weniger
Die Grenzen des Wachstums wurden ab den 1970er Jahren immer offensichtlicher und die Menschen nahmen aufmerksamer die mit dem Konsum verbundenen Umweltprobleme wahr: Luftverschmutzung, Atomkraftwerke, Verkehrschaos, Klimawandel. Zugleich fragen sich viele Menschen: Brauchen wir all die Dinge um uns herum? Müssen wir dafür so viel arbeiten? Dürfen wir weiter Fleisch essen? Wollen wir weiter mit diesem absurden Verkehr leben? Ist unser Alltag noch ökologisch vertretbar und fair im Verhältnis zu anderen Kontinenten und den kommenden Generationen? Müssen wir nicht etwas ändern? Vor diesem Hintergrund wagt die Ausstellung auch einen Blick in die Zukunft: Wie werden und wollen wir in Zukunft konsumieren? Welche Produkte werden aus nachhaltigen Materialien hergestellt? Dazu werden aktuelle Trends wie Sharing, Re- und Upcycling und Minimalismus vorgestellt.

Nach dem Premierenort in Engelskirchen wird die Ausstellung „Must-have“ in den kommenden Jahren auch an weiteren Standorten des LVR-Industriemuseums zu sehen sein.

 

Zur Ausstellung ist ein Katalog zum Preis von 9 € im Museumsshop erhältlich.


Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung.


Weitere Informationen auf www.musthave.lvr.de.

 

LVR-Industriemuseum
Kraftwerk Ermen & Engels
Engels-Platz 2
51766 Engelskirchen

 

Laufzeit: 7. April bis 27. Oktober 2019

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10 – 17 Uhr, samstags und sonntags 11 – 18 Uhr, Karfreitag, Ostermontag und 1. Mai geschlossen

Eintrittspreise: 5 €, erm. 4,50 €, Kombikarte mit Dauerausstellung 6 €. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben im LVR-Industriemuseum freien Eintritt.

Öffentliche Führungen: jeden 2. Sonntag im Monat um 15 Uhr; 14.4. / 12.5. / 9.6. / 14.7. / 11.8. / 8.9. / 13. & 27.10. (letzter Ausstellungstag)

Besucherinfos und Buchungen von Führungen bei kulturinfo rheinland unter
Tel.: 02234/9921-555 (Mo-Fr 8-18 Uhr, Sa, So und an Feiertagen 10-15 Uhr) oder per Mail an


Pressefotos

Die Pressebilder dürfen nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung über die Ausstellung „Must-have" des LVR-Industriemuseums Kraftwerk Ermen & Engels in Engelskirchen genutzt werden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht erlaubt.


Foto zeigt einen Blick in eine gut besuchte Einkaufsstraße

Hohe Straße in Köln in den 1970er Jahren.

© LVR-Industriemuseum, Foto: Horst Ziethen


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Foto zeigt eine alte Musiktruhe

Die Kombinationstruhe "Arkona 21" von Blaupunkt war absolute Luxusklasse, 1959.

© LVR-Industriemuseum, Foto: Jürgen Hoffmann


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Foto zeigt eine historische Postkarte von dem Kaufhaus "Hettlage"

Produktion und Verkauf an einem Ort:

Warenhaus Hettlage in Düsseldorf, vor 1898.

© LVR-Industriemuseum


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Foto zeigt ein silbernes Motorrad

Mit dem Motorrad zur Arbeit, zum Wochenendausflug oder abends ins Kino. Ein zweiter Sitz, der auf den Gepäckträger montiert werden konnte, lud zu Unternehmungen zu zweit ein.

Victoria KR 25 Aero,8 PS, 247 cm3, Victoria-Werke Aktiengesellschaft, 1950.

© LVR-Industriemuseum, Fotograf: Jürgen Hoffmann


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Foto zeigt ein schwarz-weiß Foto mit einer Frau vor einer alten Musiktruhe

Modernität im Wohnzimmer: Schallplatte und String-Regal, 1970er Jahre.

© LVR-Industriemuseum, Privatfoto


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Foto zeigt ein Hut als Möwenkappe

Anfang des 20. Jahrhunderts führte die Hutmode, in der große Federn und ganze Vögel verarbeitet wurden, zur Gründung erster Naturschutzorganisationen. Dies ist die maritime Variante des Modetrends und war ein beliebtes Mitbringsel aus dem Nordseeurlaub, 1890-1910.

© LVR-Industriemuseum, Fotograf: Jürgen Hoffmann


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Reisen war neuartiger Luxus – auch wenn es zunächst nur für ein Zelt reichte.

Campingplatz in den 1950er Jahren.

© LVR-Industriemuseum, Privatfoto


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Foto zeigt ein paar weiße Sneakers

Turnschuhe sind Kult! Wenn alle Sneaker tragen, werden Marke und Modell immer wichtiger.

1980er Jahre.

© LVR-Industriemuseum, Fotograf: Jürgen Hoffmann


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Foto zeigt ein Reklameschild von Sinalco

Ohne Alkohol! Reklamemarke des Getränkeherstellers Sinalco, um 1905.

© LVR-Industriemuseum


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Foto zeigt eine Jeans-Schlaghose

Levis oder Wrangler? Das war für Jugendliche in den 1970er Jahren eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen. Jeans-Schlaghose von Wrangler, 1970er Jahre.

© LVR-Industriemuseum, Foto: Jürgen Hoffmann


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Foto zeigt das Titelblatt einer Spiegelausgabe

Der Spiegel thematisierte im November 1986 Luxus-Wahn und Kaufrausch.

© LVR-Industriemuseum


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Pressekontakt

Silke Krebbing

Tel.: 0208 8579-155

Fax: 0208 8579-122

Hansastraße 18

46049 Oberhausen

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