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Die Zukunft im Blick

Ruhrgebietsfotografien aus dem Bildarchiv des Regionalverbands Ruhr

Schwarzweißfotografie eines mehrspurigen Staus mit vielen Autos auf der B1 in Essen aus den 1980er Jahren

Zum 100-jährigen Bestehen des Regionalverbands Ruhr (RVR) zeigt das LVR-Industriemuseum im Peter-Behrens-Bau in Oberhausen erstmals und in großem Umfang Fotografien aus dem RVR-Fotoarchiv. Die Foto-Ausstellung thematisiert 100 Jahre Planungs- und Verbandsgeschichte für das Ruhrgebiet. Beispiele zu den Themen Mobilität und Versorgung, Wohnen und Arbeiten sowie Kultur und Freizeit verdeutlichen die Veränderungsprozesse seit der Gründung des Siedlungsverbands Ruhrkohlenbezirk im Jahre 1920.

Eine Schwarzweiß-Fotografie aus den 1970er Jahren zeigt einen Mann und eine Frau, die ein Auto waschen

Wie hat sich das Ruhrgebiet seit dem Gründungsjahr des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk, der später zum Kommunalverband Ruhr und schließlich zum Regionalverband Ruhr (RVR) wurde, verändert? Seit seiner Gründung im Jahr 1920 als Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk entstanden zahlreiche Fotografien, die die Arbeit des Regionalverbands dokumentieren und das Ruhrgebiet als „Stadt der Städte“ mit seiner typischen, urbanen Verdichtung zeigen. Über den Zeitraum von 100 Jahren spiegeln die Fotografien das Leben der Menschen wider – inmitten von Zechen, Stahlwerken, Bahndämmen und Schnellwegen, sowie im Grünen, in Parks oder an und auf den Gewässern an Lippe und Ruhr.

Zahlreiche Fotograf*innen, Profis wie Laien, drückten auf den Auslöser, um die damals für Ausstellungen, Verbandsbroschüren und Pressearbeit benötigten aktuellen Fotos zu erstellen. Bekannte Fotografen der Nachkriegszeit wie Karl Hugo Schmölz und Hans Grempel lieferten Aufnahmen aus der Zeit des Wiederaufbaus nach 1945. Lebensnahe Bilder vom „Ruhrpott“ zwischen Industrie und Strukturwandel steuerten Joachim Schumacher und Manfred Vollmer oder der – hier wiederentdeckte – Manfred Ehrich seit den 1970er Jahren bei.

Flohmarkt auf der Mühlenweide in Duisburg in der Mitte der 1980er Jahre. Im Hintergrund sieht man den Rhein und am Horizont eine große Brücke.

Die Fotos der Ausstellung sind Zeugnisse des stetigen Wandels der Region – und prägen unser heutiges Bild von dieser Zeit. Aufnahmen vom frühen Straßenbau in den 1920er Jahren und vom Ruhrschnellweg der Nachkriegszeit machen auf die sich rasant verändernden Verkehrsbedingungen aufmerksam. Die Bilder zeigen auch, dass vieles gleichzeitig nebeneinander bestand: Neben der gepflegten Ordnung neuer Wohnsiedlungen gab es gleichermaßen die „schlechten Wohnlagen“ mit Wohnzimmerblick auf Hochöfen und Schlote. Dokumentationen aus den 1950er Jahren von den Umweltschäden durch Bergbau und Industrieabgase sind geeignet, die damalige Forderung nach dem „blauen Himmel über der Ruhr“ noch heute nachzuvollziehen. Der allmähliche Ausbau von Grünflächen, die Begrünung alter Industriehalden und der Ausbau von Freizeitangeboten wie den neuen Baggerseen und den „Revierparks“ sind in zeitgenössischen Fotos festgehalten.

Der Ausstellungstitel spielt auf die 100-jährige Geschichte des Regionalverbands bei der Planung für das Ruhrgebiet an, die stets „die Zukunft im Blick“ hat. Die Schau bietet mit über 250 Fotografien in analoger und digitaler Form eine facettenreiche Auswahl aus dem umfangreichen Bestand des RVR-Bildarchivs. Sie verdeutlicht, dass viele Ruhrgebiets-Themen auch heute noch von ungebrochener Aktualität sind.

Fotocollage für eine Werbekampagne; im Vordergrund grasen Schafe auf einem Wiesenstück, im Hintergrund erhebt sich eine urbane Stadt mit einer Schnellstraße.

Das RVR-Bildarchiv wird seit 1999 als Depositum im LVR-Industriemuseum aufbewahrt. Rund 35.000 Bildträger sind in den vergangenen Jahren in einem Kooperationsprojekt zwischen dem RVR und dem LVR systematisch untersucht worden. Den Großteil des Bestandes machen originale Glasnegative und verglaste Dias aus, die aus der Zeit der 1920er bis 1950er Jahre stammen sowie Dias, Negative und Fotoabzüge aus den darauffolgenden Jahrzehnten bis zu den 1990er Jahren.

Das Motivspektrum reicht von Schilderungen der Bauarbeiten an Verbands- und Bundesstraßen über Dokumentationen von Umweltbelastungen durch die Industrie und Begrünungsaktionen an Halden, Kanälen und in Naturschutzgebieten bis hin zum Wohnen und zur Freizeitgestaltung der Menschen im Ruhrgebiet. Deutlich wird, dass die Einzelthemen Wohnen, Mobilität, Industrie und Freizeit/ Kultur im Ruhrgebiet kaum isoliert betrachtet werden können, sondern sich einander bedingt haben. Dies betrifft besonders die Umwandlung bzw. Neunutzung von Industriearealen in dem auf Bergbau- und Stahlkrise folgenden Strukturwandel seit den 1960er Jahren.

Bilder: © RVR



Zur Ausstellung ist ein Katalog zum Preis von 19,90 € erschienen.


Schwarzweiß-Fotografie einer Straße in der Essener Innstadt. Auf der Straße fährt eine historische Straßenbahn und zwei Autos, auf den Gehwegen befinden sich viele Menschen. Im Hintergrund sieht man ein großes Gebäude.

100 Jahre Ruhrgebiet. Die andere Metropole

Sonderausstellung im Ruhr Museum, Essen

Kohlenpott, „Land der tausend Derbys“ oder Metropole Ruhr: Das Ruhrgebiet hat sich in den vergangenen einhundert Jahren von der industriellen Montanunion zur modernen Metropole Ruhr entwickelt. Mit über 5 Millionen Einwohner*innen ist sie heute noch eine der bevölkerungsreichsten Regionen Europas. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Regionalverbands Ruhr (RVR) zeigt die Ausstellung „100 Jahre Ruhrgebiet. Die andere Metropole“ mit über 1.000 Objekten die komplexe Entwicklung der Region, deren Wandel eines ihrer Markenzeichen geworden ist.

Bei Vorlage der Eintrittskarte „Die Zukunft im Blick„ erhalten Besucher*innen eine Eintrittsermäßigung in die Ausstellung „100 Jahre Ruhrgebiet. Die andere Metropole“ und umgekehrt.

Weitere Infos zur Ausstellung „100 Jahre Ruhrgebiet. Die andere Metropole“


Blick in die Ausstellung mit dem Kurator

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Für einen weiteren Einblick in die Ausstellung finden Sie hier ein 360°-Video.


Laufzeit:
20.9.2020 - 30.5.2021

LVR-Industriemuseum
Peter-Behrens-Bau

Essener Straße 80
46047 Oberhausen