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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Halskette mit Hakenkreuz

1930 – 45

Goldene Halskette mit Hakenkreuz

Halskette mit Hakenkreuz, 1930 – 45, Gold, 22,5 x 3,5 cm, Inv. Nr.: ra 12/367

Designt und filigran wie Jugendstilschmuck mit dem martialischen Symbol der NS-Herrschaft - das Schmuckstück irritiert durch seine Gestaltung.


Das Schmuckstück scheint in seiner Gestaltung noch aus einer anderen Zeit zu stammen. Die Schmuckstücke der 1930er Jahre sind eher geprägt von den klaren, oft geometrischen Formen des Bauhauses oder des Expressionismus, den Materialien wie Chrom, Kunststoff und Glas, die für Moderne, Geschwindigkeit und Stromlinienform standen. Aber vor allem ist es die Gestaltung des Hakenkreuzes, die nicht zur Ideologie des NS-Regimes zu passen scheint, obwohl es Richtlinien für einen nationalen Schmuck gab, denen diese Kette nicht entsprach.


So heißt 1935 in der „Deutschen Goldschmiedezeitung“: „Das Hakenkreuz verlangt eine ernste und schlichte Haltung, auch da, wo es sich dem Schmuck einfügt. Eine Haltung, welche der Würde des Sinnbildes entspricht, die dem Glauben an das, was wir von einer Auswirkung hoffen und erwarten, nicht widerspricht (…) Das Hakenkreuz hat einen sehr ausgeprägten, zugleich herben und klaren Formcharakter. Mit zierlicher schwächlicher Umgebung verträgt es sich nicht. Straff und schlicht, wie das Zeichen selbst, muß der Hakenkreuzschmuck aufgefaßt werden. (…) Nationaler Schmuck hat eine zweifache Aufgabe zu erfüllen: den Träger schmücken und von seiner positiven Einstellung zum neuen Deutschland Kunde zu geben.“


Wem der Schmuck gehörte oder wer ihn getragen hatte, ist nicht überliefert. Gabriele K. hat als Jugendliche in den 1970er Jahren in einem Abbruchhaus in Düsseldorf-Gerresheim mit Freunden gespielt und den Schmuck dort gefunden. Als Schatz und Geheimnis gehütet, bewahrte sie ihn auf. Erst als Erwachsene wurde ihr klar, dass der Halsschmuck ein nationalsozialistisches Hakenkreuz war. Jetzt wollte sie ihn auf keinen Fall behalten und schenkte ihn dem Museum.


Weitere Informationen zum Projekt "Glanz und Grauen - Mode im 'Dritten Reich'"


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