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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Sport- und Umstands-Hüfthalter

1920er Jahre

Sport- und Umstandshüfthalter an einer Schneiderpuppe

Sport- und Umstands-Hüfthalter, 1920er Jahre, Baumwolle, Leinen, Metall, 55,5 x 45 cm, Inv.Nr.: eu 07/16

In den 20er Jahren gab so genannte Sport- und Umstandsmieder, die flexibel anpassbar mehr Bewegungsfreiheit oder auch mehr Körperumfang erlaubten und doch den Damenkörper formten.


Die Reformbewegung nach 1900 setzte sich vehement gegen die engen und daher ungesunden Schnürkorsetts ein. Es wurden locker sitzende, nicht mehr einschnürende Reformleibchen entwickelt.


Dieses Modell geht einen etwas anderen Weg. Es ist ein flexibel anpassbarer Kompromiss zwischen dem Bedürfnis nach formgebender Schnürung und Bewegungsfreiheit beim Sport, bei der Arbeit – oder eben in der Schwangerschaft. Die Möglichkeit, die gewünschte Enge oder Weite des Mieders durch zwei Schnürungen auf der Vorderseite selbst anpassen, ist sehr viel bequemer als die bis dahin übliche Schnürung auf der Rückseite. Sie macht die Frau eigenständiger und verweist zugleich auf ein ganz neues Frauenideal in den 1920er Jahren.


Der neue Zeitgeist gebot der modernen Frau, einem Beruf nachzugehen, aktiv und „sportiv“ zu sein. Dieses Mieder erlaubt die Anpassung an verschiedene Anforderungen im Laufe des Tages, verweist aber darauf, dass viele Frauen weiterhin den Wunsch verspürten, sich mit einem Mieder eine schlanke Taille zu schaffen.


Weitere Informationen zum Projekt "Dessous - 150 Jahre Kulturgeschichte der Unterwäsche"


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