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No-Bra-Bra

Von 1968

Schwarzer, halbtransparenter Büstenhalter an einer Figurine

No-Bra-Bra von Rudi Gernreich, 1968, Nylon, 20 x 30 cm, Inv. Nr.: ra 06/1

Mit diesem transparenten BH leitete Rudi Gernreich eine neue Dessousmode ein. Mit dem No-Bra-Bra bediente er perfekt das neue Körperideal der Zeit: jung, superschlank und natürlich.


Seit Mitte der 1960er Jahre sorgte Rudi Gernreich, einer der erfolgreichsten amerikanischen Designer dieser Zeit, mit seinen Entwürfen für Furore. Er experimentierte mit einem völlig neuen Körperbild und Nacktheit, wie mit dem No-Bra-Bra ("kein BH BH"), den er 1965 entwarf.


Etwa 40 Jahre später wurde dem Museum ein original No-Bra-Bra vermacht. 1967 fuhr Gerda W. als junge Frau nach England, um das Swinging London zu erleben und dort in den angesagten neuen Boutiquen zwischen King’s Road und Carneby Street zu shoppen. Dort erwarb sie diesen BH, den sie stolz mit nach Hause brachte. Sie trug ihn eine Zeit lang und hob ihn dann als Erinnerung auf.

Als Gerda W. nach London fuhr, war die Stadt zum Hot Spot in Sachen Mode geworden. Paris mit seiner eleganten Haute Couture war out, hier hingegen spielte die Musik. Hier hatte sich seit den frühen 1960er Jahren eine Boutiquenszene entwickelt, in der moderne Mode, aufregende Looks, oft selbst gefertigt von jungen Designern, angeboten wurde, die selbst von jungen Leuten mit wenig Geld konsumiert werden konnte. Gleichzeitig traf man hier die Trendsetter und nicht selten auch die Stars der Musikszene wie Mick Jagger oder Jimi Hendrix. Hier war greifbar, dass Mode jetzt von jungen Menschen gemacht wurde, die den Zeitgeist perfekt in neue Kleidung und Accessoires umzusetzen wussten.


Gerda W. hatte nicht viel Geld, wollte aber etwas von diesem Flair mit nach Ratingen nehmen. Ihre Wahl fiel auf diesen schlichten BH, in dem sich in der Tat die angesagte Modeszene, wenn auch in klein, abbilden ließ.


Weitere Informationen zum Projekt Mode 68. Mini, sexy, provokant


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