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Damenkorsett

Ende 19. Jahrhundert

Korsett in Vorderansicht

Damenkorsett, Ende 19. Jahrhundert, Leinen, Baumwolle, Gummi, Metall, 46 x 40 cm, Inv.Nr.: ra 03/591

Korsett Rückseite mit einer Schnürung über den gesamten Rücken an einer Schneiderpuppe

Das Korsett diente Ende des 19. Jahrhunderts dazu, durch enges Schnüren eine schlanke Damentaille zu modellieren. Dieses hautfarbene Schnürmieder mit leichten Gebrauchsspuren ist vergleichsweise einfach gehalten. Es gab auch sehr luxuriösere Varianten mit Seide, zarten Stickereien und aparten Farben.


Für das Schnüren im Rücken benötigte die Dame die Hilfe einer Zofe oder des Ehemannes. Dann galt es: Einatmen – Schnüren – Einatmen – Schnüren! Den Damen wurde damals empfohlen, das enge Korsett auf jeden Fall im nüchternen Zustand noch vor dem Frühstück anzulegen. „Danach (…) ist der Magen bereits in Tätigkeit getreten, und das Schnüren des Korsetts ist deshalb nicht nur schwieriger, sondern verursacht unter Umständen Beschwerden“ (Brevier der Dame, 1890)


Waren es anfangs nur adelige und sehr begüterte Personen, die sich Korsetts leisten konnten, so wurden diese im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem obligatorischen Teil der Kleidung der bürgerlichen Frau. „Der Wunsch jeder Dame ist es, eine recht schlanke Taille und volle Büste zu haben“ verkündete damals das „Brevier der Dame“. Die ideale Frau jener Zeit war zart, zierlich und zerbrechlich.


Sogar die Kinder wurden im 19. Jahrhundert fest gewickelt und schon im Kleinkindalter geschnürt. Während die Jungen mit ca. sieben Jahren das Korsett ablegen durften, wurden die Mädchen weiterhin geschnürt, da sie als besonders hilflos, weich und schwach galten.


Weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt „Dessous - 150 Jahre Kulturgeschichte der Unterwäsche “


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