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Bikini

Aus den 1960er Jahren

Blauer Bikini an einer Figurine

Bikini, 1960er Jahre, Kunstfaser, Metall, 28 x 44, Inv. Nr.: ra 01/210

Im Juli 1946 präsentierte der Modemacher Louis Réard den winzigen „Bikini“. Nicht zufällig wurde das Kleidungsstück zynisch nach dem Ort des ersten Atomwaffentests der Nachkriegszeit benannt, war er doch ebenfalls eine Explosion, wenngleich eine modische.


Mit den üblichen Moralvorstellungen war der Bikini überhaupt nicht vereinbar. Sein Durchbruch gelang auch erst seit 1959. Zunehmende Reiselust, das neue Vergnügen an möglichst nahtloser Bräune und ein neues Material, Lycra, führten zu einer Neubewertung. Mit einem Mal wirkte der Bikini nicht mehr vulgär, sondern wie die Vorahnung eines freieren weiblichen Lebensgefühls. Lange bevor die sexuelle Befreiung proklamiert wurde, signalisierte der Imagewandel des Bikinis bereits den beginnenden Wertewandel in der Gesellschaft. Gerade im Bikini zeigt sich, dass die revolutionären Veränderungen der späten 1960er Jahre eigentlich auf dem ideellen Erbe der 1950er Jahre fußen. Der Siegeszug des Bikinis war nicht mehr aufzuhalten. Im Laufe des Jahrzehnts wurde der Bikini das Kleidungsstück der modernen, jungen, freien und sogar emanzipierten Frau.


Als typisch für die 1960er Jahre erwies sich, dass die erotische Inszenierung und Entblößung mit Ideen der Emanzipation verschmelzen konnten. Das zeigt sich nicht zuletzt bei dem legendären Auftritt von Ursula Andress im ersten James-Bond-Film von 1962. Wie sie im elfenbeinfarbenen Bikini mit breitem Gürtel aus dem Meer stieg, war für viele Männer eine erotische Offenbarung, gleichzeitig wurde sie zum Inbegriff der selbstbewussten, unabhängigen modernen und dennoch erotischen Frau. Ihr Bikini wurde daraufhin zum meistkopierten Klassiker der Bademoden.


Weitere Informationen zum Projekt Mode 68. Mini, sexy, provokant


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