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Babydoll

1960er Jahre

Hellblaue, halbtransparente Nachtwäsche für Frauen an einer Figurine

Babydoll, 1960er Jahre, Nylon, 52 x 44 cm, Inv. Nr.: ra 03/291

Seit den späten 1950er Jahren wird das Babydoll als Nachtwäsche für Frauen populär. Das Kleidungsstück spiegelt die Hinwendung zu einem extrem jugendlichen, mädchenhaften Kleidungsstil.


Eigentlich ist das Babydoll ein Sommerpyjama für Mädchen. Er besteht aus einem weiten, locker fallenden Oberteil mit Puffärmeln, das meist mit Rüschen verziert ist, und einem kurzen Pumphöschen. Infantil in seiner Form entwickelt es als super kurzes und meist halb transparentes Wäschestück für die erwachsene Frau gleichzeitig eine hoch erotische Wirkung. Das Lolita-Schema wird offensichtlich bedient.


Auch Carroll Baker bedient 1956 in der Hauptrolle des Films „Baby Doll“ von Elia Kazan als Kindfrau gleichen Namens genau dieses Muster. Dass sie sich im Babydoll als junge, sexy Frau noch in ihrem Kinderbett räkelte, war nur ein Grund dafür, dass der Film zu einem der größten Skandale der Filmgeschichte wurde und Sittenwächter dagegen Sturm liefen. Nichtsdestotrotz wurde das Kleidungsstück daraufhin zum Modehit.


Die Babydolls der frühen 1960er Jahre kamen eher in süßen, lieblichen und mädchenhaften Varianten auf den Markt. Es galt als frisch und, weil es viel Bewegungsfreiheit ermöglichte, als modern und frei. Deshalb gilt es auch als Kleidungsstück, das in den Folgejahren immer auch den befreiten Frauenkörper und den Beginn der sexuellen Revolution symbolisierte. Es deshalb gleich als politisches Kleidungsstück zu bewerten, das für die emanzipierte Frau stand, ist hingegen für die frühen 1960er Jahre eher fragwürdig. Die beginnende Frauenbewegung der 1970er Jahre hatte jedenfalls nicht mehr viel dafür übrig.


Weitere Informationen zum Projekt Mode 68. Mini, sexy, provokant


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