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Maggi-Flasche

Um 1930

Braune Glasflasche mit gelbem Etikett auf dem steht Maggiwürze für Suppen

Maggi-Flasche, um 1930, Maggi GmbH Singen, Glas, Papier, Metall, 30 x 10,5 x 10,5cm, Inv.Nr.: bg 02/104

Maggi-Würze war in der schnellen Küche des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts allgegenwärtig.

„Für Suppen. Für Sossen. Für Salate. Für Gemüse“ wird auf dem Etikett geworben. Maggi-Würze war weit verbreitet und vielseitig einsetzbar. Mit Maggi sollte das Würzen vereinfacht und jedes noch so fade Essen in ein Geschmackserlebnis verwandelt werden. Daher war Maggi beim Siegeszug der schnellen und preiswerten Küche nicht wegzudenken.

Mit der Zunahme der Fabrikarbeit im 19. Jahrhundert stieg die Anzahl der Familien, in denen auch die Frauen außer Haus arbeiteten. Zum Kochen blieb kaum noch Zeit und der Bedarf an preiswerten Mahlzeiten, die sich in kurzer Zeit zubereiten ließen, stieg. Suppenwürfel, Suppenmehle und Fertignahrung in Konservendosen boten schnelle Lösungen.

Das erkannte auch der Schweizer Unternehmer Julius Maggi und entwickelte seit den 1880er Jahren verschiedene Zusätze, die die Herstellung von Suppen und Saucen vereinfachen sollten. 1886 entstand die berühmte flüssige Suppenwürze, die schnell auch Eingang in viele Arbeiterhaushalte fand. Julius Maggi investierte große Summen in die Vermarktung seiner Produkte. Von ihm selbst stammen die Flaschenform, Farbgebung und das Firmenlogo. Bereits um 1900 war die Marke international vertreten.

Das unverwechselbare Design der Maggi-Flasche wurde bis heute nur unwesentlich angepasst. Die Form des Etiketts, die Beschriftung und die Art des Verschlusses deuten darauf hin, dass die Maggi-Flasche des LVR-Industriemuseums aus den späten 1920er oder frühen 1930er Jahren stammt. Die Größe der Flasche (Inhalt 1400 Gramm) könnte ein Hinweis auf Nutzung in der Gastronomie sein. Bei der Flasche handelt es sich um die Größe Nr. 6, die auch von Händlern zum Auffüllen der wiederverwendbaren kleinen Flaschen verwendet wurde. Für den Privatgebrauch scheint die Flasche jedenfalls nicht bestimmt gewesen zu sein.

Auf dem Etikett wird versprochen „Maggi’s Würze ist auch im Anbruch unbegrenzt haltbar.“ Zwar ist eine lange Haltbarkeit durch den hohen Salzgehalt sicherlich gegeben, Ablagerungen auf der Flüssigkeit weisen aber zumindest auf eine optische Veränderung der Würzsauce hin. Mit einer über 100-jährigen Aufbewahrungsdauer hat auch bei Maggi niemand gerechnet.

Weitere Informationen zur Ausstellung Must Have. Geschichte, Gegenwart, Zukunft des Konsums


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