Logo LVR - Qualität für Menschen
Grafik Industrieanlage

Zeitschrift "NS-Frauen-Warte"

von 1938

Titelblatt der Zeitschrift "NS-Frauen-Warte" mit Portait einer Frau

Zeitschrift „NS-Frauen-Warte - die einzige parteiamtliche Frauenzeitschrift, Heft 6, 7. Jahrgang, 2. Septemberheft“, Verlag NS Frauen-Warte, München, 1938, Papier, 33 x 25 cm, Inv. Nr.: ra 09/276

Die ‚NS-Frauenwarte‘ erschien als einzige Zeitschrift im gleichnamigen Verlag und war das Organ der NS-Frauenschaft, einer offiziellen Organisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).


Seit 1932 erschien die Zeitschrift vierzehntägig, in den letzten beiden Kriegsjahren nur noch alle vier Wochen. 80 Prozent der Leserinnen hatten die NS-Frauenzeitschaft abonniert. Von den 235 Frauenzeitschriften, die es 1933 gab, existierten 1944 nur noch 43. Die „NS-Frauenwarte“ war eine der letzten, die noch zu Beginn des Jahres 1945 erschien.


Die „NS-Frauenwarte“ wandte sich schichtenübergreifend an nationalsozialistische Frauen bzw. an die, die es werden sollten. Ihr Ziel war es, die Frauen mit nationalsozialistischem Gedankengut und der Frauenpolitik der NSDAP vertraut zu machen – ohne Hochglanz, aber dafür mit viel Pathos und moralischem Druck. Es gab für die Mitglieder der NS-Frauenschaft weder den Zwang, die Zeitschrift zu beziehen, noch richtete sie sich allein an die bereits organisierten Frauen.

Mit einem günstigen Preis von zunächst 20, später 30 Pfennig sollte eine möglichst breite Masse erreicht werden. Mitte der 1930er Jahre hatte die Zeitschrift eine Auflagenhöhe von etwa 630.000, einen Monat nach Kriegsbeginn im Oktober 1939 betrug die Auflagenhöhe 1,5 Millionen. Danach bleiben die Zahlen - vermutlich kriegsbedingt - im Dunkeln.


Jede Ausgabe hatte ein bestimmtes Thema, das sich in einem Großteil der Texte wiederfindet. Dazu kamen Beiträge zur Mode, Haushaltstipps, Feuilleton, Fortsetzungsroman und Anzeigen. Nur etwa ein Drittel der Beiträge behandelte frauenspezifische Themen, die die Leserinnen auf ihre Rolle als Hausfrau, Mutter oder auf die vermeintlich weiblichen Berufe einschwören sollten. Betrachtet man nur den Modeteil der „NS Frauen-Warte“, stellt man fest, dass sowohl Themen als auch Ausführungen der Modelle modern sind und entgegen der Klischees auch rauchende und geschminkte Frauen in Hosenanzügen oder romantischen Abendkleidern gezeigt wurden.


Weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt "Glanz und Grauen - Mode im 'Dritten Reich'"


Hat Ihnen das Objekt gefallen? Haben Sie weitere Informationen für uns oder eine Geschichte darüber zu erzählen?

Dann schreiben Sie an !