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Grafik Industrieanlage

Stele „Solarstadt-Gelsenkirchen“

Um 2000

Blaue Stele mit der Aufschrift "Solarstadt" an einer Straße

Stele „Solarstadt-Gelsenkirchen“, Design: Uwe Gelesch, Gelsenkirchen, Metall, Plastik, um 2000, 410 x 30 x 30 cm, Inv. Nr.: rz 17/143

Sonnenenergie aus dem Pott. Für die Idee der „Solarstadt Gelsenkirchen“ wurde die Werbetrommel laut gerührt, der erhoffte Erfolg blieb aber aus.


Die Stele wurde im Zuge der Imagekampagne „Solarstadt Gelsenkirchen“ um das Jahr 2000 als Prototyp entworfen und produziert. Weitere, verbesserte Stelen dieser Art sollten im ganzen Stadtgebiet wichtige Anlaufstellen der Solarbranche kennzeichnen. Dazu kam es aber nie. Interessant an der Stele ist, dass die Beleuchtung der Sonnen-Kugel nicht durch Solarenergie erreicht wurde, wie viele Menschen annahmen. Die Solarzellen an der Spitze sind nur Nachbildungen, die Stele war ganz normal ans Stromnetz angebunden.


Sonnenenergie war in Deutschland von Anfang an ein besonders positiv besetzter Hoffnungsträger, nicht nur für umweltfreundliche Energie, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung. Städte und Gemeinden, Privatpersonen, Genossenschaften und Unternehmen sahen in ihr große Chancen für eine nachhaltige Entwicklung und einen Imagewechsel. Förderprogramme wie das bereits 1990 aufgelegte „1.000 Dächer-Programm“ und das „100.000 Dächer-Programm“ ab 1999, über die die Installation von Photovoltaik-Anlagen subventioniert wurde, stießen auf große Resonanz.


Für die Bewältigung der Strukturkrise des Ruhrgebiets kam die Sonnenenergie gerade recht. Die IBA Emscher Park, ein 1989 von der Landesregierung aufgelegtes städtebauliches Programm zur nachhaltigen Entwicklung des Ruhrgebiets, setzte auf eine solare Zukunft für das Kohlenrevier. Energieeffiziente Solarsiedlungen, wie die Siedlung Bismarck in Gelsenkirchen, wurden geplant. Die einstige Bergbaustadt Gelsenkirchen, „Stadt der 1.000 Feuer“ genannt, leitete einen Imagewechsel zur „Stadt der 1.000 Sonnen“ ein. Ein Wissenschaftspark entstand, die Stadt bot sich als Produktionsstandort für Solarmodule an. Manche sahen sogar ein neues „solar valley“ im Ruhrgebiet entstehen. Der Boom der Solarindustrie nach 2000 führte dann zum lange erhofften Preisverfall für Solarmodule. Die Solarstadt Gelsenkirchen war da aber schon fast Geschichte. 2016 meldete der letzte Hersteller von Solaranlagen Konkurs an. Keiner konnte mit der Billigkonkurrenz aus Asien mithalten.


Weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt „Energiewenden – Wendezeiten“


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