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Grafik Industrieanlage

Leitstand Philippsburg I

Von ca. 1980

Arbeitsplatz mit Pult und Wänden mit vielen Schaltern und Knöpfen

Leitstand Philippsburg I, Kraftwerks-Simulator-Gesellschaft (KSG), um 1980, Kunststoffe, Metalle, Inv. Nr.: rz 17/206

Reaktorfahrer tragen hohe Verantwortung und müssen gut geschult werden.


In Essen führen die Kraftwerks-Simulator-Gesellschaft (KSG) und Gesellschaft für Simulatorschulung (GfS) ein Simulatorzentrum zur Schulung von Betriebspersonal von Kernkraftwerken. Gesellschafter sind RWE, EnBW, Vattenfall, PreussenElektra und das niederländische Kraftwerk Borselen.


Das Simulatorzentrum startete 1977 mit einem Druckwasser- und einem Siedewasserreaktor. Jedes Jahr kamen etwa 1.500 Mitarbeiter aus dem In- und Ausland zu Schulungen. In sieben Räumen standen baugleiche Leitstände deutscher Kernkraftwerke, an denen reale Szenarien geprobt wurden. Diese beinhalteten den Normalbetrieb, betriebliche Störungen sowie Stör- und Schadensfälle. Durchgeführt wurden Schulungen zur Technik und zum menschlichen Verhalten wie Arbeitsverhalten, Teamfähigkeit, Kommunikation, Entscheidungs- und Führungsverhalten.

Mit der Energiewende werden die Leitstände nach und nach aufgegeben. Das LVR-Industriemuseum übernahm 2017 Wand- und Pultsektion von Philippsburg I. Nach der Dokumentation des Leitstandes im Simulatorzentrum erfolgten Ausbau und Transport durch die Firma Mauell GmbH aus Velbert.


Philippsburg I, ein Siedewasserreaktor der Baulinie 69, wurde von der Kraftwerksunion Mülheim an der Ruhr gebaut. Zulieferer für den Reaktordruckbehälter war die Gutehoffnungshütte Oberhausen. 1980 ging das Atomkraftwerk nach zehnjähriger Planung in kommerziellen Betrieb. Philippsburg I wurde 2011 stillgelegt und somit der baugleiche Leitstand im Essener Simulatorzentrum abgebaut.


Weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt "Energiewenden - Wendezeiten"


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