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Ein Ilustriertes Kopfbild der Tuchfabrik Müller

Modische Raubzüge

Von Luxus, Lust und Leid. 1800 bis heute

Ab dem 5. März 2023

Ein großes Werbebanner mit der Aufschrift "Modische Raubzüge" und dem Abbild einer mit Federn geschmückten Frau.

Geschmeidige Felle, exotische Federn, schillernde Perlen – die Pracht und Schönheit der Tierwelt hat Menschen seit jeher fasziniert und Sehnsüchte geweckt. Je seltener ein Pelz oder eine Perle, umso mehr wurden sie begehrt, um sich selbst damit zu schmücken. Dafür wurden Tiere in aller Welt gejagt, getötet, ausgerottet, ihre Häute, Panzer, Zähne zu lukrativer Handelsware für Kleidung und Mode. Sie erfüllten Frauen und Männern den Wunsch nach Luxus und nach Distinktion, dienten der Erotik, versprachen einer ganzen Industrie gute Geschäfte.

Blick in die Ausstellung: Drei Schaufensterfiguren mit verschiedenen Pelzmänteln.

Tier im Trend

Hat sich daran gar nichts geändert? Haben die Anti-Pelz-Kampagnen nichts bewirkt? Ein Blick in jede x-beliebige Fußgängerzone zeigt: Tierische Materialien prägen modische Trends – Sie sind wieder in. Die lange Zeit verpönten Luxusprodukte aus Pelz sind erneut zum Mainstream geworden. Die Produktionszahlen sprechen für sich: Geschätzt 90 Millionen Tiere müssen jährlich für die Pelzmode ihr Leben lassen.

Blick in die Ausstellung: Verschiedene Pelze hängen vor an einer lilafarbenen Wand.

Ethik und Epidemie

Unser Verhältnis zu den Tieren steht auf dem Prüfstand – nicht nur wegen unseres ungehemmten Raubbaus an der Natur und der ethischen Frage: Was darf der Mensch? Auch die Corona-Pandemie macht deutlich, dass es eine Veränderung braucht. Denn das Virus ist vermutlich durch zu engen Kontakt zwischen Wildtieren und Menschen zu uns gelangt und auch Pelzfarmen haben seine Verbreitung begünstigt.

Blick in die Ausstellung: Schaufensterpuppe mit rotem Federkleid vor dem Ausstellungsplakat "Modische Raubzüge".

Die Ausstellung

Mit großer Fantasie und kunsthandwerklicher Meisterschaft wurden alle denkbaren Tierarten schon immer für die Mode genutzt. Faszinierend schöne Kleidungsstücke, die Menschen schützten, wärmten oder schmückten. Aber kein Tier gibt freiwillig sein Fell, seine Federn oder sein Gehäuse her. Der Tod der Tiere ist die Kehrseite dieses Luxuskonsums. Die Ausstellung „Modische Raubzüge“ des LVR-Industriemuseums zeigt diesen besonderen Ausschnitt der Kulturgeschichte der Mode aus über 200 Jahren und macht die unmittelbare Konfrontation von Mensch und Tier erlebbar. Zu sehen sind auf mehr als 500 m² über 250 Objekte aus der museumseigenen Textilsammlung, dazu Bilder und Filme. Interaktive Stationen und museumspädagogische Angebote ermöglichen es den Gästen, besonders auch Familien und Schulklassen, sich die Inhalte spielerisch zu erschließen.

Bilder: © Karl-Philipp Gröne

Fotoausstellung „Natura Morta“

Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Präsentation von Bildern des Berliner Künstlers Oliver Mark aus der Serie „Natura Morta“. Sie zeigen Fotoarbeiten über eine Vielzahl von Tierpräparaten, aus tierischen Materialien gefertigte Kleidungsstücke sowie Accessoires. Diese illegal gehandelten und nach Deutschland geschmuggelten Objekte wurden vom Zoll beschlagnahmt und sind seitdem in der Asservatenkammer des Bundesamts für Naturschutz in Bonn gelagert. Die Ausstellung bildet einen Gegenpol und eine Ergänzung zur Ausstellung „Modische Raubzüge“.



Den Katalog zur Ausstellung gibt es zum Preis von 24,90 € im Museumsshop oder im Buchhandel.


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Rahmenprogramm

Öffentliche Führungen

Jeden 2. Sonntag im Monat (außer 10.4.2023), jeweils 14.30 Uhr

Teilnehmer*innenzahl begrenzt, Kosten: 3 € zzgl. Eintritt, Kinder und Jugendliche frei.



Öffentliche Abendführungen

Mittwoch 19.4., 23.8. und 22.11.2023, jeweils 18 Uhr

Nach einem Sektempfang sind die Teilnehmer*innen zu einem Rundgang durch die Ausstellung eingeladen. Teilnehmer*innenzahl begrenzt.

Kosten: 5 € zzgl. Eintritt

Anmeldung erforderlich über kulturinfo rheinland per Mail: info@kulturinfo-rheinland.de oder unter Tel.: 02234/9921555


Laufzeit:
5.3.2023 – 7.1.2024

Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag 10-17 Uhr, Samstag und Sonntag 11-18 Uhr

Eintritt:
5 € | erm. 4 € | Kombiticket mit Dauerausstellung 9,50 € Kinder und Jugendliche frei

Die Ausstellung ist barrierefrei zugänglich.

Informationen zur Barrierefreiheit in der Tuchfabrik Müller

Besucherinfos:
kulturinfo rheinland
Tel: 02234 9921555
(Mo – Fr 08 – 18 Uhr; Sa, So und an Feiertagen 10 – 15 Uhr)
Fax: 02234 9921300
Mail:

Ausstellungsort:
LVR-Industriemuseum
Tuchfabrik Müller
Car-Koenen-Straße 25b
53881 Euskirchen