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Ein Ilustriertes Kopfbild der Tuchfabrik Müller

Mode 68

Mini, Sexy, Provokant

Ab 28.6.2020

Schwarz weiß Fotografie von demonstrierenden Frauen.
Foto: dpa/Süddeutsche Zeitung Photo

 

„1968“ – Dieses Jahr steht für die größten gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Umwälzungen, die die Bundesrepublik bis dahin erlebte. Nie zuvor hatte es so zahlreiche Möglichkeiten des Konsums, der persönlichen Entfaltung, und Individualisierung gegeben. Es entstanden viele familiäre und gesellschaftliche Konflikte um eine neue, liberalere Lebensweise. Das spiegelte sich besonders deutlich in der Kleidung.

Kleidung der 1960er Jahre: gelbe Schlaghosen und eine bunte Hotpants.

Mode in den 60er Jahren. Das sind Minirock und Maxikleid, Hot Pants und Schlaghose, Weltraum-Look und Hippie-Gewand, asymmetrischer Kurzhaarschnitt und wilde Mähne. Nicht zu vergessen: Jeans und Parka. Damenhafte Eleganz sowie Schlips und Kragen waren passé.

Was war passiert? Auch im Bereich der Mode machte sich der neue Einfluss von Teenagern und Studenten bemerkbar, die sich mit dem Konsumverhalten und der Mode ihrer Eltern nicht mehr identifizieren wollten. Neues Leitbild war die Jugendlichkeit. Vorbilder waren Models wie Twiggy und Jean Shrimpton mit kindlich-mädchenhaftem Look. Angesagte Pop-Stars, allen voran die Beatles, die Rolling Stones und Jimi Hendrix, prägen die Mode wie nie zuvor. Moderne Kunst, wie die Pop-Art und Op-Art dienten der Mode ebenfalls als Inspirationsquellen. Mit dem ‚Sommer of Love 1967‘ kommt dann auch die Mode der Hippies hinzu. Kleidung war jetzt oft ein politisches Statement.

Detailaufnahme einer Zeitung mit der Schlagezeile "Vietnam Info" aus den 1960er Jahren. Sie ist gerollt und steckt in der Jackentasche eines khakifarbenen Parkas.

Mit Parka und Jeans wurde gegen das Establishment, gegen die Konservativen und Alten demonstriert. Minirock, Hotpants und Bikini galten als Symbol für die sexuelle Befreiung – wobei Befreiung nicht mit Emanzipation verwechselt werden sollte.

Und die Polit- und Studentenszene der 68er? Rudi Dutschke und Co? Welche Rolle spielte Mode bei ihnen? Den meisten war Kleidung zunächst offenbar völlig egal. In Anzug und Hemd hielten sie ihre Reden, diskutierten und gingen zur Demo. Nur die ‚Kommune I‘ inszenierte ihren Protest ganz gezielt mit provozierenden Outfits.

Blick in die Ausstellung: Ein roter Kunststoffsessel und eine Figurine mit rot-weißem Kleid. Dahinter befinden sich weitere Kleider.

Die Ausstellung „Mode 68. Mini, sexy, provokant“ wurde im LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford entwickelt und ist nun in der Tuchfabrik Müller zu sehen. Auf etwa 600 Quadratmetern erwarten die Besucherinnen und Besucher mehr als 150 Originalkleidungsstücke und Accessoires aus der umfangreichen museumseigenen Sammlung. Sie werden durch exklusive Leihgaben von Modesammlern ergänzt. Zusammen mit umfangreichem Bildmaterial und Filmen aus der Zeit lassen sie die bewegten Sechziger zwischen Protestbewegung, Swinging London und Flower-Power wieder lebendig werden.


Laufzeit:
28.6.2020 - 15.8.2021

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 10–17 Uhr
Samstag & Sonntag 11–18 Uhr
Bitte beachten Sie die Öffnungszeiten an Feiertagen
Für Schulklassen öffnet das Museum auf Anfrage schon um 9 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 5 € (Kombiticket mit Dauerausstellung 9,50 €)
Ermäßigt 4 € (Studenten, Schwerbehinderte, Arbeitslose nach Vorlage eines Sozialpasses oder eines anderen amtlichen Nachweises)
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Flüchtlinge (mit bis zu 2 Begleitpersonen) haben freien Eintritt (Vorlage einer amtlichen Bescheinigung erforderlich)

Die Ausstellung ist barrierefrei zugänglich.
Informationen zur Barrierefreiheit in der Tuchfabrik Müller

Führungen:
Pro Gruppe (max. 25 Personen) 50 €
Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Möglichkeit von Führungen evtl. zeitweise eingeschränkt. Bitte informieren Sie sich vorab bei kulturinfo rheinland.

Besucherinfos und Buchung von Führungen:
kulturinfo rheinland
Tel: 02234 99 21-555
(Mo-Fr. 8-18 Uhr; Sa, So u. an Feiertagen 10-15 Uhr)
Fax: 02234 99 21-300
Mail:

Ausstellungsort:
LVR-Industriemuseum
Tuchfabrik Müller
Carl-Koenen-Straße
53881 Euskirchen