Rheinisches Landesmuseum für Industrie- und Sozialgeschichte

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Hauptsache Hut, das war noch vor 80 Jahren das Motto der Welt. Ob Schirmmütze, Homburger, Kreissäge, Zylinder oder Damenhüte so groß wie Wagenräder - Kaiser und Sozialdemokrat, Unternehmer und Arbeiter, Kind und Großmutter trugen Hut. Erst mit der Kulturrevolution der 1960er Jahre wurde aus der einst selbstverständlichen Kopfbedeckung ein "alter Hut".
Die Ausstellung erzählt von der großen Ära des Hutes zwischen Mitte des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts. Zu sehen sind über 200 faszinierende Kopfbedeckungen, die bis zur Mode der Gegenwart reichen. Auch prächtige Hutschachteln und der Ausputz, mit dem die Modistinnen die Hüte dekorierten, sind zu sehen: Federn, Perlen, Bänder, Anstecker. Die Hüte werden außerdem durch historische Modegrafiken und Fotos ergänzt, die zeigen, wie die Hüte getragen wurden: Gerade oder schief, keck oder bieder?
Das gewisse Etwas
Hüte waren und sind weit mehr als nur Modeaccessoires. Wer Hut trägt, gibt sich eine besondere Ausstrahlung und Anmutung - eben das "gewisse Etwas". Das gilt für den opulenten Damenhut genauso wie für den Zylinder, die Schirmmütze oder das Servierhäubchen. Ob es um soziale Unterschiede oder um das Spiel der Geschlechter geht, um Zugehörigkeiten zu Berufsständen oder zu unterschiedlichen Jugendszenen - immer wieder sind es Kopfbedeckungen, die unmissverständlich Zeichen setzen.
Hut auf!
Alle Besucherinnen und Besucher der Ausstellung können Hüte aus verschiedenen Zeiten an- und ausprobieren. Für einen Moment können sie somit in andere Rollen schlüpfen. Daneben sind zahlreiche Hüte aus der Region zu sehen und die ganz besonderen Geschichten, die Menschen mit ihnen verbinden.
Die Kunst der Hutmacher
Ein bewegender Film zeigt einen Hutmacher der alten Schule, der noch alle traditionellen Arbeitsschritte der Hutherstellung in bedächtiger Handarbeit durchführt - vom Vorbereiten des Hasenhaars für einen Hutstumpen, über die Formung des Hutes, die liebevolle Oberflächenbehandlung bis hin zur Dekoration mit Schnüren, Bändern und Federn.
Der Fotograf Lorenz Kienzle hat im Herbst 1999 in Guben die letzten Tage einer Hutfabrik dokumentiert - ein Einblick in vergangene Zeiten. Dort, wo früher 10 Millionen Damen- und Herrenhüte pro Jahr produziert wurden, gibt es nun keine Hutfabrikation mehr.
Die Ausstellung zeigt zahlreiche der ruhigen und auch melancholischen Fotos dieser Dokumentation einer Welt, die es so nicht mehr gibt.
Für all diejenigen, die schon vorab einen Blick in die Ausstellung werfen möchten: Hier gelangen Sie zu einem Film über "Hauptsache Hut" auf der Website von Rhein-Eifel.TV
Dauer der Ausstellung: 9.10.2010 - 8.7.2012
Öffnungszeiten: Di - Fr 10-17 Uhr, Sa & So 11-18 Uhr
Eintritt: 2,50 €, erm. 2 €
Kombiticket (Dauerausstellung und Sonderausstellung): 8 € Gruppenführungen: 40 €
Katalog zur Ausstellung: 6,95 €
Für Buchungen von Führungen und Informationen wenden Sie sich bitte an:
kulturinfo rheinland
Tel.: 02234/9921-555 (Mo-Fr 8-18 Uhr; Sa, So und an Feiertagen 10-15 Uhr)
Fax: 02234/9921-300
Mail: info@kulturinfo-rheinland.de
LVR-Industriemuseum
Tuchfabrik Müller
Karl-Coenen-Straße
53881 Euskirchen